Der Fahrermangel in England

Truck stop

Sam Tulip nimmt die kontinuierliche Krise in der kommerziellen Rekrutierung von LKW-Fahrern genauer unter die Lupe.

 

Trotz beunruhigender Warnungen: Der Mangel an Fahrern beeinträchtigte die Belieferung über das Weihnachtsgeschäft 2014 kaum. Sally Gibson, Leiterin für die Entwicklung von Kompetenzrichtlinien sagt, Unternehmen scheinen aufnahmefähiger bezüglich Planung zu werden und würden somit in der Lage sein, in einzelnen Situationen ihr Personal so zu integrieren, dass es nicht zu einer Knappheit komme. Um Zustellungen zu jeder Zeit zu gewährleisten, würden sich einige Unternehmen bewusst dafür entscheiden, dauerhaft Fahrer einzustellen, um weniger auf Agenturpersonal angewiesen zu sein. „Ich kenne einige Manager, die sich wieder hinters Lenkrad setzten und ich bin mir sicher, das werden nicht die einzigen gewesen sein!“

 

Das Gewerbe könnte bald diese Hand-in-den-Mund-Existenz nicht nur an Weihnachten übernehmen, sondern das ganze Jahr über. Die UK Transport Vereinigung gibt an, dass das Gewerbe momentan über 60.000 neue Fahrer brauche und bis 2022 einen Mangel an 257.000 Fahrer haben werde. Die Anforderungen für das Zertifikat von professionellen Kompetenzen sind dabei nicht hilfreich – schätzungsweise 20.000 Gelegenheitsfahrer sind der Meinung, die Mühe sei es nicht wert.

 

Es gibt jedoch einen Lichtblick. Sally Gibson erwähnt Finanzierungspakete wie zum Beispiel das „Flexible Support Funding“, das von der Abteilung für Arbeit und Pensionen bis März 2016 zur Verfügung gestellt werden soll. „Ich halte einen Anstoß für die Durchsetzung beruflicher Darlehen für sinnvoll, der jedem Einzelnen die Möglichkeit gäbe, sich selbst zu finanzieren oder von Unternehmen gesponsert zu werden.“

 

Die Förderung  durch ein 150 Millionen Englische Pfund, seitens der RHA, das für ein mehrjähriges gesponsertes Training genutzt werden sollte, bekam von Richter George Osborne eine vorhersehbare Rückmeldung , gleichwohl laufen immer noch eine Anzahl an Lizenzerwerbsprojekten, einige vom Staat gefördert, andere von Unternehmen selbst finanziert. LKW-Hersteller Scania beispielsweise hat ein „Road to Work“-Programm, das neuen Fahrern die Möglichkeit gibt, für die speziellen Bedürfnisse der Kunden geschult zu werden.

 

Mark Agnew, Leiter der Scania’s Driver Services warnt jedoch davor, dass das Gewerbe nicht nur Leute mit Lizenzen braucht, sondern vor allem Individuen, die kraftstoffeffizient Arbeiten, ein Gefühl für Technik mitbringen und das Produkt beziehungsweise das Unternehmen verstehen, für das sie arbeiten. Die UK Kommission für Beschäftigung und Kompetenzen betont außerdem, dass es Fahrern oft an anderen Fähigkeiten mangelt: so z. B. in IT-Kenntnissen, Kundenservice, Problembewusstsein, Berichterstattung oder Planung.

 

Mike Farrall, Geschäftsführer der in Cheshire angesiedelten Firma „Farrall’s Transport“ sagt: „Wenn wir der jüngeren Generationen das fahren von Lkw näher bringen wollen, müssen wir einen Blick auf den Druck werfen, den wir auf genau auf diese Altersgruppe ausüben. Es gibt einige Bereiche, in denen man mit etwas Einfühlungsvermögen, besserer Planung und einem gewissen Maß an Flexibilität den Job des Fahrers weniger frustrierend und attraktiver für die Jüngeren gestalten könnte.“

 

„Wir können natürlich wenig gegen den Stress tun, die verstopfte Straßen verursachen, jedoch kann mehr dafür getan werden, dass LKW-Fahrer weniger Zeit mit dem Warten aufgrund von schlechten Lade- und Abladeprozess zubringen. Lange Wartezeiten aufgrund von Verspätungen sind frustrierend für den Fahrer und führen dazu, dass diese weniger Zeit mit ihrer Familie verbringen können.“

 

Kann Technologie zur Rettung kommen? Justin Zatouroff von der KPMG ist sich sicher, dass neue Entwicklungen bald neue führerlose Zustellungen erlauben werden. Vollautomatische Fahrzeuge werden die Fähigkeit haben, nicht nur Güter zu transportieren, sondern auch andere Arbeitsschritte wie das Beladen und Abladen zu kombinieren. Bis dies jedoch geschieht, wird der Großteil der über 50-jährigen Fahrer schon in Rente gegangen sein. Die Branche muss reagieren – kollektiv und so schnell wie möglich.

 

Originaltext:

Truck stop

Sam Tulip looks at the continuing crisis in commercial driver recruitment

 

Despite dire warnings, the wheels didn’t fall off the 2014 Christmas distribution juggernaut through a lack of drivers. Sally Gibson, Skills Policy Development Manager at the Freight Transport Association, says, “business seemed more receptive to forward planning and therefore were able in some cases to lock down personnel to cover the period. Some businesses decided to take on more permanent drivers and rely les on agency staff as a way of ensuring deliveries. I know of a few managers that went back out on the road and I’m sure they won’t have been the only ones!”

 

Industry may soon be living this hand-to-mouth existence not just at Christmas but year-round. The UL Road Haulage Association claims that industry needs another 60,000 drivers now, and will be 257,000 short by 2022. 40% of HGV drivers are over 50, only 1 % is under 25. The requirement for Certificates of Professional Competence has not helped – an estimated 20,000 casual drivers have decided that the game isn’t worth the candle.

 

There are bright spots. Sally Gibson adds, “There are pockets of funding available. The Flexible Support Fund provided via the Department for Work and Pensions will be available until March 2016. I believe we should be pushing for student-style vocational loans, allowing individuals to self-fund or be sponsored by businesses.”

 

Appeals by the RHA and others to Chancellor George Osborne for a 150 million, multi-year package of training funding received a predictable response in December but there is nonetheless quite a number of licence acquisition projects, some funded by government, some self-funded by businesses, ranging from 10-200 drivers. Truck-builder Scania, for example has a Road to Work programm to train new drivers to the specific needs of customers.

 

Mark Agnew, Scania’s Driver Services Manager, warns though that, “It is not just people with licences the industry needs, but fuel-efficient and technologically sound individuals who understand the product they are driving and their employer’s business.” The UK Commission for Employment and Skills points out that drivers may need, and lack, other skills: in IT, customer service, compliance awareness, reporting, planning.

 

Mike Farrall, chairman of Cheshire-based Farrall’s Transport, says “If we are to appeal to a younger generation of drivers, we need to look closely at the pressures we place on these key people. There are many areas where some empathy better planning and a little flexibility could make driver’s jobs less frustrating and more appealing to the young.

 

“There may be little we can do in the short-term about the stress caused by road congestion, but more could be done about the time drivers spend waiting due to inefficiencies in the loading and unloading process. Long periods of delay are both frustrating for the driver make for longer shifts and result in less time with the family.”

 

Could technology ride to the rescue? Justin Zatouroff of KPMG writes, “We are likely to see developments in driverless deliveries. Self-driving vehicles will have the ability not just to transport goods but also to combine other process steps such as loading and unloading.” But by the time this comes to pass, most of that 40% of over-50 drivers may well be collecting their bus passes. The industry needs to act, collectively and soon.

 

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